Schon heute erzwingt Künstliche Intelligenz tiefgreifende Transformationen ganzer Geschäftsmodelle und ist aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken.
Vor diesem Hintergrund stellt sich kaum mehr die Frage, ob ein Unternehmen KI einsetzen möchte, sondern vielmehr wie schnell, produktiv, verantwortungsvoll und strategisch nachhaltig es diese Aufgabe angeht.
In diesem Kontext kommt dem Aufsichtsrat eine Schlüsselrolle zu. Wenn KI die Strategie, die Organisation und das Risikoprofil eines Unternehmens grundlegend beeinflusst, muss der Aufsichtsrat die damit verbundenen Einflussfaktoren und Veränderungen bewerten, kritisch hinterfragen und konstruktiv begleiten können.
Dies setzt voraus, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht nur ein Grundverständnis für die Technologie im Allgemeinen besitzen, sondern möglichst auch die Anwendungsfelder, Chancen, aber auch Risiken des KI-Einsatzes im Unternehmen – mindestens in ihren Grundzügen – verstehen beziehungsweise KI auch im Rahmen der eigenen Tätigkeit erproben oder schon regelmäßig einsetzen. Vor diesem Hintergrund stellt sich weiter die Frage, wie eine KI-implementierte Governance im Unternehmen entwickelt, also sowohl der Einsatz von KI gesteuert als auch ein allgemeinverbindlicher Umgang mit KI sowie deren Ergebnissen geschaffen wird.
Die diesjährige Aufsichtsratsstudie, herausgegeben vom Arbeitskreis deutscher Aufsichtstrat e.V. (AdAR) und der Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller
beleuchtet genau diese Schnittstelle zwischen KI und Corporate Governance. Sie untersucht den Status quo und zeigt auf, welchen Chancen und Herausforderungen Aufsichtsräte beim KI-Einsatz in ihrer Überwachungs- und Beratungsfunktion begegnen.